Seit vielen Jahren sind die Lange & Söhne Uhren auf den Antiquitätenmärkten und Auktionen ein fester und wichtiger Bestandteil. Als entsprechend wertstabil erwiesen sie sich bisher auch. Taschenuhren mit Komplikationen hingegen stiegen unaufhaltsam und es ist interessant zu sehen, wann die obere Grenze für z.B. Tourbillons erreicht wird. Für den 'normalen' Sammler wurden ALS Uhren zwischen 20.000,- DM und 2 Mio DM uninteressant, weshalb sie mehr und mehr nach den zweiten und dritten Qualitäten suchten. Bei Uhren mit der Zifferblattaufschrift "Deutsche Uhrenfabrikation A. Lange & Söhne" findet der Uhrenliebhaber die bewährte Lange - Qualität (mit geringen Unterschieden zur ALS-Qualität) in limitierter Produktion. OLIW Uhren wurden ab 1923 hergestellt, und geben dem angehenden Sammler die Möglichkeit, eine Lange Uhr zu einem sehr interessanten Preis zu erwerben der wohl in Zukunft steigen wird.
Wie bei Antiquitäten üblich, gibt es auch bei Uhrenpreisen immer ein Auf und Ab. Mitte der siebziger Jahre erlebten die Lange Uhren einen regelrechten Boom, der sich natürlich auch im Preis wiederspiegelte. In den achtziger Jahren stagnierten die Preise ein wenig. Im Augenblick scheint der Preisgipfel erreicht zu sein. Mit Hinblick auf den bevorstehenden Währungswechsel in Deutschland gehen Experten davon aus, daß sich viele Uhreninteressierte noch mit Uhren eingedeckt haben, um sie dann nach der Einführung des Euros wieder gegen Euro (Bargeld!) zu verkaufen. Dieses wird sich in den Preisen wohl wiederspiegeln (zumindest bei Uhren ohne Komplikationen oder sonstigen Besonderheiten).
Prinzipiell gilt für traditionelle Uhren, je besser (originaler) der Zustand, um so höher der Wert. Am Besten: keine Kratzer am Gehäuse und Glas; das Werk im originalen Zustand; das Etui, in dem die Uhr geliefert wurde, sollte, inklusive Ersatzglas und - feder sowie Garantieschein und Ledersäckchen, vorhanden sein. Besonderes Interesse gilt natürlich den seltenen, original erhaltenen Stücken. So ist eine Uhr, die das Werk vor 100 Jahren in einem Stahlgehäuse verlassen hat, jetzt aber auf einmal in einem schönen 18 Karat Outfit wieder auftaucht nur ein Bruchteil dessen Wert, was sie als Stahluhr brächte!
Eine, uns häufig gestellte Frage ist, wo kann man ordentliche und originale Uhren kaufen. Dazu ist zu sagen, daß es einige, sehr seriöse Juweliere in deutschen Großstädten gibt, die gute Ware haben. Leider bezahlt man diese Ware meist äußerst überteuert, da man auch den Juwelier-Namen mitkauft. Ferner gibt es ein paar Händler, die von Uhrenbörse zu Uhrenbörse tingeln und ihre Ware feilbieten. Die Qualität der Ware kann gut sein, jedoch haben wir Sammler unsere Probleme mit diesen Händlern, da sie häufig nicht nur einwandfreie Ware ankaufen sondern auch sehr gerne Werke. Die wirkliche Qualität sieht der richtige Fachmann erst, wenn er die Platine abgenommen hat und wer kann das schon als interessierter Sammler? Dann gibt es noch die verschiedenen Internetauktionen, von denen ich aber ausdrücklich abraten muß. Ein Beispiel: Vor einigen Monaten wurde mit einem Bild eine Minutenrepetition mit Chronograph ohne Gehäuse angeboten. Bei einem Gebot von 21.000 DM wurde die Auktion aus dem Netz genommen. Der Grund. Der 'Verkäufer' hatte einfach ein Werkbild der Uhr aus einem Katalog kopiert und einfach behauptet, er hätte die Uhr in seinem Besitz. Er hoffte wohl, daß der Käufer das Geld zuvor überweisen und er die Uhr dann hätte unterschlagen können. Wir konnten dann jedoch die Wahrheit herausfinden und ihn dazu bringen, die Uhr sofort zurückzuziehen. Wenn man eBay genau beobachtet, tummeln sich dort eigentlich immer nur die gleichen Verkäufer und Käufer rum. Ab und zu verirrt sich dann ein Laie in dieses 'Becken' und hofft auf ein Schnäppchen. Es gibt zwar auch seriöse Händler aber deren Uhren sind dann meist keine Schnäppchen also landen die Laien dann wieder bei den Schnäppchen-Verkäufern. Wenn diese Käufer nicht wissen, was genau sie gekauft haben und mit den Stücken glücklich sind, dann ist's ok aber irgendwann, bei der nächsten Reinigung, Reparatur oder beim Verkauf kommt dann das Erwachen.
Klar, Gutes muß nicht immer teuer sein, aber Schlechtes auch nicht immer billig!!!
Ein sehr interessantes Zusammentreffen hatte ich vor kurzem mit einem 'seriösen, renommierten' Händler aus Berlin. Dieser hatte für die Uhr eines Laien gerade einmal 25% des Marktwertes angeboten. Dieser Laie kontaktierte danach uns und anhand eines Buches konnten wir sofort eine Komplikation erkennen. Daraufhin bat ich diesen 'seriösen' Händler um nähere Informationen. Als erstes drohte er mir mit dem Finanzamt, dann drohte er mir mit einer 100.000 Euro Strafe, für den Fall, daß ich seinen Namen erwähnen würde und zuletzt meinte er, daß er sich die Uhr nicht genau angesehen hätte. Dieser Händler tingelt seit 20 Jahren von Uhrenbörse zu Uhrenbörse, betreibt in Berlin ein Geschäft, verdient seit dieser Zeit sein Geld damit und hat mit Sicherheit mehr Fachliteratur als wir zur Verfügung. Was will man dazu sagen?
Zu guter Letzt gibt es dann noch verschiedene nationale und international reale Auktionen. Hier kann man dann die wirklich hohe Qualität finden. kann. Das Problem bei den einfachen komplizierten Uhren und den nicht komplizierten Uhren ist, daß die Profi Händler auch die Ware kennen. Wenn also eine Uhr scheinbar billig scheint, würden die Händler diese Uhren mit Sicherheit erstehen, um sie dann teuer an den Kunden zu bringen. Es empfiehlt sich sehr, sich die Ware sehr genau (mit Lupe!) anzuschauen. Nicht selten haben die Zifferblätter irgendwelche Schäden, die in der Beschreibung nicht erwähnt werden. Der Auktionator beruft sich dann auf den Passus: Gekauft, wie gesehen. Meiner Meinung nach sehr unfair! Mein Tipp also, kaufen Sie von einem Nichtprofi und lassen die Uhr von einem seriösen Uhrmacher ggf. reparieren. Dann haben Sie die Gewähr, daß die Uhr in Ordnung ist. Oder wenden Sie sich an einen, Ihnen persönlich bekannten Sammler, den sie später ggf. auch zur Haftung heranziehen können. Bedenken Sie immer: der Grammpreis der meisten Uhren liegt über dem von Drogen. Es gibt viele unseriöse Gestalten die nur einen schnellen Euro machen wollen. Von einem anderen Händler möchte ich hierbei noch berichten, der sich selbst 'Lange Collector' - also Lange-Samnmler- nennt, aber Uhren, die er irgendwo erwirbt möglichst bald in eBay versucht, mit einem wahnsinns Aufpreis zu verkaufen. Sein Hauptumschlagsplatz ist eBay. Da wir von ihm noch überhaupt nichts Positives gehört haben, möchte ich den Laien bitten, sehr vorsichtig bei ihm zu sein. Meines Verständnisses nach, ist dieser Düsseldorfer kein Sammler..
Preise:
OLIW Uhren kann man schon für ab ca. 800,- € erwerben.
Die Preise für 14 karätige Goldtaschenuhren der Marke DUF liegen seit Jahren stabil zwischen 1.000 ,- € (für eine offene Uhr) und 7.500,- € (für eine Savonnette in hervorragendem kompletten Zustand inklusive Original Einpackpapier).
Für ALS Uhren muß man zwischen 2.500,- € und 16.000,- € rechnen.
Komplikationsuhren: Diese wurden nur relativ selten hergestellt. Aus diesem Grund ist der Verkaufspreis auch hier höher: offene ALS 1/4 Repetition ab ca. 18.000,- €; Minutenrepetition Savonnette ab ca. 38.000,- €; Chronograph ab ca. 18.000,- €; Ankerchronometer ab ca. 20.000,- €; Tourbillon bis 1 Mio €. Diese Preise verstehen sich ausschließlich als grobe Anhaltswerte, die je nach Zustand sehr viel höher aber auch niedriger sein können. Nach Messen und Auktionen werden diese Preise von uns immer aktualisiert.
Uhrenauktion Mai 2010 in Frankfurt:
Wie vielen anderen Sammlern war es mir bis kurz vor der Auktion gar nicht klar, daß der Auktionstermin 02. Mai 2010 ein Sonntag war. Das hieß Abschied; nehmen vom gewohnten Taschepacken am Freitagabend, nach Frankfurt fahren und dort im Hotel einchecken, um am nächsten Morgen ausgeschlafen sich die Uhren anzuschauen. Oder am Samstagabend zuhause nach der Auktion mit den Kollegen und Freunden die Ergebnisse telefonisch zu diskutieren. Jetzt hieß es Sonntagabend nach der langen Auktion sich schon eher wieder auf die Arbeitswoche vorzubereiten. Keine schöne Änderung. Wieso es zu dieser Wechsel kam konnte mir niemand sagen. Ich stieß eigentlich nur auf Unverständnis und leichten Ärger. Mir schien es, daß auch die Mitarbeiter selbst nicht gerade begeistert von der Sonntagsauktion waren. Man muß nicht alles verstehen. Die nächste Auktion ist übrigens wieder an einem ... Sonntag!
Tja, was waren die Kommentare der Sammler zu dieser ersten Auktion des Jahres 2010.... zu viele komplizierte (Glashütter) Uhren, keine Qualität, gute Qualität .... man fand eigentlich keine klare Meinung außer.... 'sonntags ist doof'.
Was waren denn diesesmal die Highlights aus 'Glashütter' Sicht in dieser Auktion?
Mein Favorit war die Lot Nr 357, eine hervorragende Beobachtungsuhr mit Wippenchronometer Hemmung und zylindrischer Unruhspirale in Silber. Für 45.000 Euro Hammerpreis war sie auch zu einem fairen Preis zugeschlagen worden. Die andere schöne Uhr im oberen Preissegment war natürlich die Rattrapante die auch mit 110.000 Euro einen guten Preis erzielte. Enttäuschend war die Nummer 365, eine Minutenrepetition mit Chronograph, die sich leider in einem sehr getragenen Zustand befand. Laut Katalogbeschreibung war das Gehäuse in einem guten Zustand, was der Realität leider nicht entsprach. Wie so häufig war die Guillochierung am Rückdeckel so gut wie runter und vorne unter dem Wappen nur noch kaum zu erahnen. Für dann immerhin noch 90.000 Euro war sie meiner Meinung nach zu teuer. Ihrem nicht mehr so gut erhaltenen Zustand verdankte auch das komplizierte Highlight der Auktion nämlich Lot Nr 368 ihren niedrigen Zuschlagspreis. Einer Deutschen Präszisionsuhrenfabrik - Uhr verzeiht man Haarrisse und Gehäuse-Mängel nicht so leicht wie Uhren aus dem Hause Lange & Söhne. Der silberne ewige Kalender mit Minutenrepetition, Mondphase und Chronograph erzielte lediglich 44.000 Euro, was bei einer so niedrigen Auflage wirklich ein Spotpreis war. Im unteren Preissegment fiel auf, daß die Preise für die frühen Uhren stark anzogen. Hier wächst das Interesse der Sammler. Man konnte an ein paar Beispielen wieder leicht erkennen, daß Qualität immer noch ihren Wert (und Preis hat). So konnte man für gerade 8.500 Euro ein mittelmäßiges, offenes Ankerchronometer ersteigern aber für 9.000 Euro aber auch eine 1A im Kasten im guten Zustand zu bekommen. Auch wirklich toll war eine werksverglaste DUF mit 160 gr. Gewicht! Die Repetitionsuhren gingen von 20.000 Euro für eine Viertelrepetition über 22.000 Euro für eine nicht so schöne Minutenrepetitionsuhr mit Haarriss bis 41.000 Euro für eine weitere Minutenrepetitionsuhr im guten Zustand. Ich weiß, ich wiederhohle mich... Achten Sie auf Qualität!
Hier nun die Ergebnisse der Auktion, die ich während der Auktion mitgeschrieben habe (wie immer... ohne Aufgeld und Gewähr! u.V. heißt: 'unter Vorbehalt').
Lot 142,
1.900; Lot 143, 1.800; Lot 144, 0; Lot 145, 2.100; Lot 146, 1.400; Lot 147, 1.900; Lot
148, 3.200; Lot 149, 2.900; Lot 150, 6.200; Lot 151, 3.350; Lot 152, 8.500; Lot
153, 6.700; Lot 154, 1.200; Lot 155, 1.500; Lot 156, 4.500; Lot 157, 9.000; Lot
158, 0; Lot 159, 9.500; Lot 160, 1.800; Lot 161, 2.300; Lot 162, 2.800; Lot 163,
5.000; Lot 164, 0; Lot 165, 18.000
(u.V.); Lot 165, 8.500 ; Lot 166, 8.500(u.V.); Lot 167, 10.500;
Lot 168, 6.500; Lot 169, 8.500