Ferdinand Adolph Lange, geboren 18. Februar 1815, hatte einen Traum. Der (man kann wohl sagen) Idealist, wollte nach seinen fundierten Ausbildungen zum Uhrmacher in Paris (im Hause Breguets) und zuvor in Dresden (bei seinem späteren Schwiegervater Friedrich Gutkaes) eine eigene Uhrenfabrik gründen. Er schaffte es, nach anfänglich großen Schwierigkeiten, von der Königlich Sächsischen Regierung ein Gründungsdarlehn zu erhalten. Eine Auflage der Regierung war es, die Fabrik in dem kleinen, verarmten Ort Glashütte anzusiedeln, um der Stadt Arbeitslätze und eine Zukunft zu ermöglichen. Im Dezember 1845 wurde die Fabrik gegründet und kurze Zeit später verließ die erste Taschenuhr mit der Zifferblattaufschrift "A.Lange, Dresden" das Werk. Erst später erhielten die Uhren die Aufschrift "A. Lange & Söhne Glashütte B/Dresden". Zwar war der Ausschuß an Uhren anfangs noch sehr groß aber schon 1892 konnte die 30.000 Uhr gefeiert werden. Bis ca. 1864 wurde eine 2/3 Platine mit eigenem Ankerkloben verwendet, das dann vom 3/4-Werk (die vergrößerte Platine überdeckte auch das Ankerrad) abgelöst wurde. Noch bevor er die 'Früchte' seines Lebens ernten konnte verstarb der 60-jährige F.A. Lange am 03. Dezember 1875 und hinterließ sein Unternehmen seinen beiden Söhnen. Nachdem Richard Lange 1887 die Firma wegen Krankheit verließ, führte sie sein Bruder Emil Lange äußerst erfolgreich weiter. Unter seiner Leitung wurde neben den Marken A.Lange & Söhne (ALS) 1845 und "Deutsche Uhrenfabrikation A.Lange & Söhne" (DUF) vor 1879 die Marke "Original Lange Internationales Werk" (OLIW) 1923 eingeführt, um auch die Märkte im niedrigeren Preissegment abdecken zu können. Diese Marken unterschied sich in der Verarbeitung und im verwendeten Materials sowie in der Zifferblattaufschrift. Die ALS - Uhren wurden in drei Qualitäten hergestellt: 1A in 18 Karat Gold oder Silber / Platin mit Diamanddeckstein und Goldchatons; 1B (inoffizielle Bezeichnung) in 14 oder 18 Karat Gold oder Silber mit Rubindeckstein und Goldchatons und 1C in 14 Karat Gold oder Silber mit Rubindeckstein ohne Chatons. Die DUF Uhren wurden in 14 Karat sowie in Silbergehäuse geliefert. Einige Stücke wurden auch mit Komplikationen versehen (aber 14 karätigem Gehäuse). Äußerst selten sind hingegen auch 18 karätige DUF's ausgeliefert worden. Seit dem wir uns mit Lange Uhren beschäftigen sind uns erst drei Uhren bekannt geworden (siehe Uhren Bilder). Aufruf: Wer hat noch weitere?

Im Dritten Reich produzierte das Unternehmen auch Uhren für die Marine, Waffen SS und Luftwaffe (wie alle deutschen Uhrenhersteller jener Zeit).

Nach den Kriegsjahren (1945) wurde aus dem Unternehmen das VEB Uhrenwerke Glashütte welches neben Marinechronometer später auch Quarzuhren für den Export nach Westdeutschland baute. Nach der Wende wurde der VEB von dem milliardenschweren Mischkonzern Mannesmann (mit einer 10 prozentigen Beteiligung des Urenkels A.F. Langes, Walter Lange) aufgekauft. Mit Hilfe des Knowhows der LMH (Uhrenzweig der Mannesmann AG) wurden wieder mechanische Manufakturuhren hergestellt. Ein halbes Jahr lang war es fraglich, was Vodafone nun mit den Nicht-Telekommunikations Betrieben der Mannesmann AG machen würde. Am 21. Juli war es dann soweit. Auch wenn die Schweizer Presse zuerst fälschlicherweise informierte, daß Swatch den Zuschlag erhielt (wishfull thinking) ging die gesamte LMH an das relativ bekannte Schweizer-Südafrikanische Unternehmen Richmont  für 2.8 Mrd SFr. Schade für Deutschland, daß Tradition mal wieder verhökert wurde.

Ebenfalls an ein Schweizer Unternehmen wurde auch das andere große Uhrenhaus aus Glashütte die Glashütte Original verkauft. Der neue Eigentümer Swatch wird wohl aus der Manufaktur ein konkurrenzfähiges Unternehmen machen. Im Bezug auf Qualität, Design und Preis-Leistung-Verhältnis hat Glashütte Original schon jetzt diese Nase vorne. Mit ein bisschen mehr Marketing wird sich das Haus mit Sicherheit  an die Spitze in Deutschland hocharbeiten, insbesondere, da die Qualität seit Einstieg von Swatch gestiegen ist!